Das Antidepressivum Mirtazapin könnte eine wirksame medikamentöse Option gegen Methamphetamin-Abhängigkeit bieten. Das zeigt eine neue klinische Studie aus Australien, die jetzt für Aufmerksamkeit in der Suchtmedizin sorgt.
In der Untersuchung mit mehr als 300 Betroffenen reduzierte der Wirkstoff Mirtazapin den Methamphetamin-Konsum innerhalb von zwölf Wochen deutlich stärker als ein Placebo. Im Schnitt sank die Zahl der Konsumtage um sieben Tage pro Monat – rund zwei Tage mehr als in der Vergleichsgruppe.
Besonders relevant: Die Behandlung erfolgte unter realen Alltagsbedingungen in ambulanten Suchtkliniken. Das macht die Ergebnisse praxisnah und unmittelbar nutzbar. Bislang gibt es weltweit keine zugelassenen Medikamente speziell gegen Methamphetamin-Abhängigkeit.
Allerdings traten unter Mirtazapin häufiger Nebenwirkungen wie Müdigkeit und Gewichtszunahme auf. Zudem brachen mehr Teilnehmende die Therapie vorzeitig ab als in der Placebogruppe. Überraschende Sicherheitsprobleme wurden jedoch nicht beobachtet. Trotzdem bleibt ein wichtiger Punkt offen: In Bereichen wie Depression, Schlaf oder Lebensqualität zeigte das Medikament keinen zusätzlichen Nutzen.
Die Studienautoren sehen in Mirtazapin dennoch einen vielversprechenden Ansatz. Angesichts der wachsenden globalen Bedeutung von Methamphetamin könnte das Medikament künftig eine wichtige Rolle in der Behandlung spielen – auch wenn weitere Forschung notwendig ist.
Paper: McKetin, R., Shoptaw, S., Saunders, L., Nguyen, L., Clare, P. J., Dore, G. J. et al. (2026), Mirtazapine for Methamphetamine Use Disorder: A Randomized Clinical Trial, JAMA Psychiatry.
