Auf was für einem Film bist du denn?!

XtraFlimmern und Rauschen: Drogen im Film

Text: Michael Kleim

Filme begleiten unseren Alltag. Sie spiegeln Realitäten und erschaffen Illusionen. In unterschiedlichster Weise widmen sich Filmemacher dem Thema „Drogen“. Der Drogenkrieg tobt in Aktion- und Kriminalfilmen, Experimentalfilme versuchen, sich dem Phänomen „Rausch“ zu nähern, eine sachliche Auseinandersetzung wird in Dokumentationen gesucht. Ironie, Sozialdrama, Psychogramm, Animation oder musikalische Bezüge sind weitere Stilmittel, um Drogengebrauch filmisch darzustellen. Ich finde thematisch und stilistisch psychedelische Filme am spannendsten. Aber auch Alkohol und Tabak, Opiate und Kokain haben interessante Streifen inspiriert. Davon hier eine sehr kleine, subjektive Auswahl.

Der Trinker
Literaturverfilmung/Fernsehfilm. Deutschland 1995
Regie: Tom Toelle
Drehbuch: Ulrich Plenzdorf
Darsteller*innen: Harald Juhnke, Jutta Wachowiak, Christian Grashof

Der 1944 von Hans Fallada geschriebene Roman „Der Trinker“ wird mit dieser Verfilmung in aktuelle Bezüge gebracht und handelt nun in den Nachwendejahren. Der Getreidehändler Erwin Sommer fühlt sich von den Anforderungen und Tiefschlägen seines Daseins überfordert. Nur im Trunk findet er zu sich selbst; gleichzeitig verliert er aber zunehmend den Boden unter den Füßen. So taumelt er unaufhaltsam dem totalen Absturz entgegen. Harald Juhnke, der eigene Lebens- und Leidenserfahrungen in die Rolle einbringen kann, verleiht der Hauptfigur eindrucksvolle Authentizität

Leaving Las Vegas
Drama, USA 1995
Regie: Mike Figgis
Darsteller*innen: Nicolas Cage, Julian Sands
Altersfreigabe: 16

Ben Sanderson ist mit einer klaren, unverrückbaren Absicht nach Las Vegas gekommen. Hier, wo Illusionen perfekt inszeniert werden, will er sich in den Tod hineintrinken. Als Sanderson der Prostituierten Sara begegnet, verweben sich beider Schicksale miteinander. Ein Film voller Tiefe, der gekonnt von menschlicher Verzweiflung und Liebe zu erzählen weiß.

Dinner for One
Komödie/Fernsehfilm. Deutschland 1963
Regie: Heinz Dunkhase, Freddie Frinton
Autor: Lauri Wylie
Darsteller*innen: Freddie Frinton, May Warden
Altersfreigabe: unbekannt

Bei diesem 18-Minuten-Sketch in englischer Sprache handelt es sich mittlerweile um die „weltweit am häufigsten wiederholte Fernsehproduktion“ (Guinness-Buch 1988). „Dinner for One“ gehört am Silvesterabende rund um den Globus fest in das Pflichtprogramm zahlreicher Fernsehsender. Wenn Miss Sophie ihren 90. Geburtstag feiert, übernimmt ihr Butler James die Rolle der bereits verstorbenen vier Freunde. Nacheinander muss er dabei diverse Gläser leeren. Schauspielerisch brillant entsteht so nicht allein ein Feuerwerk an komischen Einfällen; auch die sich allmählich steigernde Wirkung der Rauschdroge Alkohol wird hier aufs Trefflichste vorgeführt. Dies war übrigens der Grund, warum bis 1969 eine Ausstrahlung von „Dinner for One“ im Schwedischen Fernsehen untersagt war.

Barfly
Literaturverfilmung/Tragikkomödie, USA 1987
Regie: Barbet Schroeder
Drehbuch Charles Bukowski
Darsteller*innen: Mickey Rourke, Faye Dunaway
Altersfreigabe: 16

Der erfolglose Schriftsteller Henry Chinanski treibt sich die meiste Zeit des Tages in den Baren und Kneipen von Los Angeles herum. Als er die Trinkerin Wanda kennenlernt, geben beide ein ziemlich skurriles Paar ab. Charles Bukowski, der bedeutenste Underground-Poet Amerikas, lieferte für diesen ungewöhnlichen Streifen die literarische Vorlage und schrieb eigenhändig das Drehbuch. Den Schauspielern Mickey Rourke und Faye Dunaway gelingt es, ihren Helden sowohl Tragik als auch würde zu verleihen.

Lucys Xtra

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