Bei der Buschmannskerze handelt es sich um die aromatische Rinde einer afrikanischen Sukkulente, die auf dem europäischen Räuchermarkt erst seit wenigen Jahren verfügbar ist und sich seitdem einer langsam aber stetig wachsenden Anhängerschaft erfreut. Eingesetzt werden kann sie einerseits als Räucherstoff, andererseits als Zutat von Kosmetikprodukten. Das Aroma ist sehr angenehm und erinnert entfernt an den klassischen Weihrauch der Boswellia-Bäume.
Sarcocaulon mossamedense ist die die Hauptquelle für die sogenannte Buschmannskerze (engl. Bushman’s candle). Bei dieser Art handelt sich um einen kleinen sukkulenten Strauch mit rosafarbigen und seltener weißen Blüten, der taxonomisch den Storchschnabelgewächsen (Geraniaceae) zugeordnet wird und in Südangola sowie in Namibia vorkommt, wo er bevorzugt an sehr trockenen und heißen Standorten gedeiht.
Der Gattungsname Sarcocaulon ist aus den Begriffen Sarkos (fleischig) und Caulon (Stängel) zusammengesetzt und verweist auf den saftigen und holzigen Stängel der Pflanze. Der Artname Mossamedense ist hingegen von der angolanischen Stadt Moçâmedes abgeleitet.
Das Besondere an dieser Pflanze ist ein gewisser Transformationsprozess, der dann einsetzt, sobald die Pflanze natürlicherweise abstirbt und dessen Ergebnis schließlich die Buschmannskerze ist: Das fleischige Innere sowie die Holzteile der Pflanze zersetzen sich vollständig und es bleibt lediglich die harz- und wachshaltige, aromatische und hohle Rindenhülle zurück.
Diese trocknet und härtet in der heißen afrikanischen Sonne (bis 60 °C) vollständig aus ohne dabei etwas von ihren besonderen Aromaeigenschaften einzubüßen. Somit handelt es sich bei der Buschmannskerze um ein absolut nachhaltiges Produkt, da sie erst dann aufgesammelt wird, wenn die Pflanze auf natürliche Weise abgestorben ist; die Rinde bereits vorher zu sammeln würde nicht funktionieren.
Folglich gibt es auch keine ökologische Artenbedrohung durch massenhafte Übererntung, wie es bei anderen Duft- und Räucherpflanzen leider der Fall ist. Auch gibt es bislang keine Hinweise darauf, dass die Buschmannskerze von Tieren verwendet wird, sodass auch hier durch großzügiges Aufsammeln der Rindenstücke kein ökologischer Schaden verursacht wird.
Weitere Sarcocaulon-Arten, deren brennbaren Rinden als Bushman’s Candle bezeichnet werden, sind Sarcocaulon camdeboense, Sarcocaulon crassicaule und Sarcocaulon multifidum.
Ethnobotanik
Das namibische Stammesvolk der Himba verwendet die Rinde seit langen Zeiten als Kerze, woher auch die umläufige Bezeichnung Buschmannskerze stammt. Das Wachs ist leicht entzündlich und brennt ähnlich wie eine gewöhnliche Kerze.
Weiterhin wird sie traditionell zum Einräuchern des erlegten Jagdwildes genutzt, um diesem ein besonderes Aroma zu verleihen.
Über einen rituellen Gebrauch durch die Himba liegen allerdings keine verlässlichen Informationen vor und es scheint so als sei die Pflanze in diesem Zusammenhang tatsächlich nur von geringer Bedeutung. Denn vielfach lassen bereits die volkstümlichen Trivialnamen auch auf einen schamanisch-rituellen Gebrauch schließen, was auf die Buschmannskerze allerdings nicht zutrifft.
Lucys Xtra
Einzelbeitrag
• Sofortzugriff auf den ganzen Beitrag
• Zusätzliche Bilder und Informationen
• 12 Monate unbegrenzt abrufbar
• Auf all deinen Geräten nutzbar
Onlinezugang
• Unbegrenzter Zugriff auf exklusive Inhalte
• Abodauer selbst flexibel bestimmen
• E-Papers gratis ab 24 Monaten Laufzeit
Print-Abonnement
• Preis selbst bestimmen
• Onlinzugang & E-Paper gratis erhalten
• Dankeschön geschenkt bekommen
