Text Massimo Izzo
In diesem Beitrag wird Carl Gustav Jungs Skepsis gegenüber psychedelischen Substanzen untersucht, eine Haltung, die die Jungsche Gemeinschaft bis heute beeinflusst. Jung schrieb nie explizit über psychedelische Substanzen, aber er sprach sie in seiner privaten Korrespondenz an. Seine Sichtweise wurde durch psychiatrische Experimente des frühen 20. Jahrhunderts geprägt, insbesondere mit Meskalin, und spätere Begegnungen mit LSD in den 1950er Jahren blieben ihm unbekannt. Die Studie untersucht diese historischen Kontexte und Jungs Bedenken gegenüber der psychedelischen Therapie.
Jungsche Psychologie und die psychedelische Erfahrung
Trotz der Ablehnung von Psychedelika wird Jungs Psychologie aufgrund seiner Theorien über das Unbewusste und die Archetypen in psychedelischen Studien häufig zitiert. Der Psychiater Ben Sessa stellt fest, dass sich die psychedelische Gemeinschaft Jungsche Ideen zu eigen gemacht hat, insbesondere sein Konzept des kollektiven Unbewussten, das mit vielen psychedelischen Erfahrungen übereinstimmt (Sessa 2012: 14).
Der Jungsche Psychologe Scott J. Hill argumentiert, dass Substanzen wie LSD, Psilocybin und Ayahuasca Zugang zu denselben tiefen psychischen Schichten bieten, die Jung ohne Drogen erforschte (Hill 2013: Kap. 1).
Jung glaubte jedoch, dass unbewusstes Material in der Therapie auf natürliche Weise zum Vorschein kommt, was eine künstliche Stimulation unnötig macht (Sessa 2012: 14; Hill 2013: Kap.1).
Jungs Widerstand beeinflusste viele Jungsche Analytiker, wie z. B. Dr. Heinrich Fierz, der 1978 eine Anfrage für LSD-Experimente mit dem Argument ablehnte, dass künstliche Mittel zur Erforschung des Unbewussten unnötig seien (Martin 2014: 257). Einige, wie Stephen A. Martin und Scott J. Hill, haben jedoch eine Neubewertung der Jungschen Haltung gefordert und argumentiert, dass Psychedelika als Werkzeuge zur inneren Erforschung dienen könnten (Martin 2014: 258).
Jungs Wissen über die psychedelische Forschung
Jungs Sichtweise auf psychedelische Drogen wurde von den psychiatrischen Methoden des frühen 20. Jahrhunderts geprägt, die psychische Krankheiten eher durch somatische Interventionen als durch psychologische Therapie behandelten. Wie Zanda (2009: 3) erklärt, hat Jung somatische psychiatrische Behandlungen, einschließlich ihrer Beziehung zur analytischen Therapie, nicht ausdrücklich diskutiert. Die Meskalinexperimente in den 1920er Jahren, mit denen Jung vertraut war, zielten eher auf die Replikation von Psychosen als auf therapeutische Einsicht ab (McKellar 1957).
Dies führte dazu, dass er Psychedelika eher mit psychiatrischen Störungen als mit potenziellen Heilmitteln in Verbindung brachte. In den 1950er Jahren wusste Jung noch nichts von der aufkommenden psychotherapeutischen Verwendung von Psychedelika. Er war auch besonders vorsichtig in Bezug auf die Psychopharmakologie und warnte vor deren Potenzial in Bezug auf Sucht, Persönlichkeitsstörungen und Missbrauch in psychiatrischen Einrichtungen (Zanda 2009: 15f.).
Jung und Meskalin
Jung wurde durch Dr. Hans Prinzhorn und Experimente an der Heidelberger Klinik in den 1920er Jahren in die Meskalinforschung eingeführt (Koenig 2018: 58). Diesen Versuchen fehlte jedoch ein therapeutischer Rahmen, sie konzentrierten sich stattdessen auf die Beobachtung induzierter psychotischer Zustände (Beringer 1927).
Lucys Xtra
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