Colorado: Ibogain vor Zulassung für die psychedelische Therapie

US-Bundesstaat plant Vorreiterrolle

Iboga-Pflanze

Der US-Bundesstaat Colorado prüft derzeit eine wegweisende Erweiterung seines Programms für psychedelische Behandlungen. Im Rahmen einer im Frühjahr beginnenden Überprüfung der bestehenden Vorschriften soll entschieden werden, ob Ibogain – eine psychoaktive Substanz aus der Wurzel des afrikanischen Iboga-Strauchs – künftig für den regulierten medizinischen Gebrauch freigegeben wird. Damit wäre Colorado der erste Bundesstaat der USA, der diesen Schritt geht.

Bisher ist der Einsatz natürlicher Psychedelika in den staatlich lizenzierten Heilzentren Colorados ausschließlich auf Psilocybin beschränkt. Die geplante Ausweitung folgt einer Empfehlung des Beirats für natürliche Medizin aus dem vergangenen Jahr. Bevor Ibogain jedoch fest in den bestehenden Rahmen integriert werden kann, müssen zwei staatliche Behörden ihre endgültige Zustimmung geben. Experten und Betreiber von Wellness-Zentren, wie etwa Elizabeth Cooke vom ersten lizenzierten Heilzentrum in Denver, betonen das enorme Potenzial der Substanz: Ibogain gilt als hochwirksam bei der Behandlung von Suchterkrankungen und zeigt zudem vielversprechende Ergebnisse bei Patienten mit traumatischen Hirnverletzungen.

Trotz der medizinischen Hoffnungen stehen die Behörden vor logistischen Hürden. Da die USA keinem internationalen Abkommen über den Import von Ibogain angehören, könnte die legale Beschaffung der Substanz schwierig werden. Dennoch wächst die Infrastruktur im Bundesstaat stetig: Aktuell sind bereits 34 Heilzentren lizenziert, während 18 weitere Anträge auf eine Zulassung prüfen lassen. Neben Ibogain könnten in naher Zukunft auch DMT und Meskalin für therapeutische Zwecke in Betracht gezogen werden, sofern sie nicht aus dem geschützten Peyote-Kaktus gewonnen werden. Die entsprechenden Beratungen hierzu stehen jedoch noch am Anfang.

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