Dieser Text ist eine Übersetzung des Kapitels „XXII. THE NARCOTICS WE INDULGE IN — GENERAL CONSIDERATIONS“ aus dem englischsprachigen Original des Buches The Chemistry of Common Life Vol. 2 (Die Chemie des täglichen Lebens Band 2) von James F. W. Johnston aus dem Jahr 1855 (Seiten 182-200).
Allgemeine Betrachtungen
1. Ihre weite Verbreitung
Die erste Überlegung, die sich uns aufdrängt, wenn wir das Ganze rückblickend betrachten, ist die nahezu allgemeine Verbreitung narkotischer Genüsse.
Sibirien hat seinen berauschenden Pilz; die Türkei, Indien und China ihr Opium; Persien, Indien und die Türkei, ganz Afrika von Marokko bis zum Kap der Guten Hoffnung und selbst die Indianer Brasiliens ihren Hanf und Haschisch; Indien, China und der östliche Archipel ihre Betelnuss und den Betelpfeffer; die polynesischen Inseln ihr tägliches Kava; Peru und Bolivien ihr seit langem gebrauchtes Coca; Neugranada und der Himalaja ihren roten und gewöhnlichen Stechapfel; Asien und Amerika – ja fast die ganze Welt – ihren Tabak; die Indianer Floridas ihre emetische Stechpalme; Nordeuropa und Amerika ihren Ledumstrauch und den Sumpfgagel; der Engländer und der Deutsche ihren Hopfen und der Franzose seinen Salat.
Es gibt keine Nation, so alt, dass sie nicht seit frühester Zeit ihr narkotisches Beruhigungsmittel besessen hätte; keine so abgelegene, dass sie nicht innerhalb ihrer Grenzen eine schmerzlindernde und sorgenstillende Pflanze eigener Herkunft gefunden hätte; keine so wilde, die nicht instinktiv nach dieser Form physiologischen Genusses gesucht und sie erfolgreich genutzt hätte.
Das Verlangen nach solcher Art von Genuss und die Gewohnheit, es zu befriedigen, sind kaum weniger allgemein als der Wunsch nach und der Gebrauch der notwendigen Nahrungsmittel.
Man kann schätzen, dass diese Narkotika heute etwa wie folgt verwendet werden:
- Tabak: von etwa 800 Millionen Menschen
- Opium: von etwa 400 Millionen
- Hanf: von 200 bis 300 Millionen
- Betel: von etwa 100 Millionen
- Coca: von etwa 10 Millionen
Eine Neigung, die so deutlich Teil der menschlichen Natur ist, lässt sich nicht durch bloße physische, physikalische oder gesetzliche Maßnahmen ausrotten. Sie kann mitunter eingeschränkt oder unterdrückt werden, doch selbst das gelingt nicht immer.
Lucys Xtra
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