Der Konsum psychoaktiver Substanzen ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen, wird aber von der Öffentlichkeit weiter tabuisiert und vom Staat immer noch kriminalisiert.
Seit den 90er-Jahren basiert der staatliche Umgang mit Drogen auf dem Vier-Säulen-Modell: Prävention, Therapie, Schadensminderung und Repression. Was zu Platzspitz-Zeiten einen Meilenstein bedeutete, ist heute nicht mehr zeitgemäß. Der Konsum von Substanzen ist für viele Menschen ein normaler Teil ihres Lebens geworden. Aber die Politik tut immer noch so, als ob Substanzkonsum direkt in die soziale Verwahrlosung führen würde. Wie also muss eine Drogenpolitik der Zukunft gestaltet sein, die allen Menschen gerecht wird?
Die ersten drei Säulen der Drogenpolitik bleiben unbestritten: Präventionsarbeit ist wichtig und suchtkranke Menschen brauchen weiterhin Unterstützung und Therapie. Repression und Strafverfolgung schadet aber mehr, als sie nützt. Sie hält einen Schwarzmarkt und damit illegale Strukturen aufrecht, welche die anderen drei Säulen und die Gesundheit der Konsumierenden in verheerendem Maße untergraben. Statt schädlicher Repression brauchen wir eine sinnvolle Regulation. Aber wie soll diese aussehen?
Podiumsteilnehmer:
Alt-Bundesrätin Ruth Dreifuss ist Mitglied der Weltkommission für Drogenpolitik. Frank Zobel ist Vize-Direktor bei Sucht Schweiz. Beide sind in einem Pilotprojekt für den legalen Verkauf von Cannabis engagiert und unterhalten sich mit Michael Herzig, Dozent für Soziale Arbeit an der ZHAW.
Moderation: Stefanie Pfändler.
