Happy Birthday, Hunter S. Thompson

Der legendäre Autor von "Fear And Loathing In Las Vegas" wäre heute 82 Jahre alt geworden

Hunter S. Thompson, Long Beach, California, May 1989. (CC By Sa Rs79)
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Hunter Stockton Thompson wurde am 18. Juli 1937 in Louisville (Kentucky) geboren. Durch seine exzentrischen journalistischen Werke und spektakulären politischen Aktionen wurde er zu einer der wichtigsten Stimmen der US-amerikanischen Gegenkultur.

Mit dem Sportartikel „The Kentucky Derby Is Decadent and Depraved“ legte Thompson den Grundstein für die „Gonzo-Bewegung“, ein radikal subjektives journalistisches Genre in dem Polemik, Humor und Zitate häufige Stilmittel sind.

Neben seinen journalistischen Tätigkeiten hinterlässt er einige vielbeachtete Bücher. Darunter „Hell’s Angels: The Strange and Terrible Saga of the Outlaw Motorcycle Gangs“ im Jahr 1967, „Fear and Loathing in Las Vegas“ im Jahr 1971, sowie „The Rum Diary (novel)“ geschrieben 1960, veröffentlicht 1998.

Fear and Loathing in Las Vegas gilt heutzutage als prominentestes Werk Thompsons. Der halb-biographische Schlüsselroman verfolgt die Protagonisten Raoul Duke und Dr. Gonzo auf einem drogengeschwängerten Trip nach Las Vegas, während er gleichzeitig über das Scheitern der Gegenkultur der 1960er Jahre sinniert.

Das Buch wurde 1998 von Terry Gilliam verfilmt. In den Hauptrollen sind Benicio del Toro und Thompsons langjähriger Freund Johnny Depp. Das Werk floppte an den Kinokassen, avancierte aber dennoch zum Kultfilm.

Der Film und seine literarische Vorlage glänzen durch ihre gonzo-artige Inszenierung und ihre gekonnte Porträtierung des „Hippie-Zeitgeistes“ und dessen Endpunkt. Am deutlichsten wird dies in der legendären Wave Speech.

Thompson verließ regelmäßig seine Rolle als Berichterstatter. So sprach er sich als bekennender Waffenbesitzer, NRA-Mitglied und Bürgerrechtler regelmäßig für den 4. Zusatzartikel der US-Verfassung aus. Trotzdem stellte er sich gegen den republikanischen Kandidaten Richard Nixon, war entschiedener Befürworter der marxschen Theorie und Sympathisant der anarichistisch-sozialistischen IWW.

Am 20. Februar 2005 endete Hunter Thompsons Zeit auf dem Planeten mit seinem lange erwogenen Freitod. Er hinterließ seine Frau, einen Sohn und Enkel. Sein vormaliger Arbeitgeber, der Rolling Stone, veröffentlichte postum einen Absatz mit dem Titel „Football Season Is Over“ welcher gemeinhin als Abschiedsbrief gewertet wird.

Bei seiner Trauerfeier wurde Hunters Asche, auf eigenen Wunsch, mit einer Kanone auf einem knapp 50 Meter hohem Turm, in den Himmel geschossen. Dabei wurde rotes, weißes, blaues und grünes Feuerwerk gezündet. Das zwei Millionen Dollar schwere Spektakel wurde von Johnny Depp finanziert. Eine ganze Reihe von Prominenten, darunter Jack Nicholson wohntem dem Ritual bei.

Thompson verließ die Welt wie er lebte – mit einem großen Knall.

“There he goes. One of God’s own prototypes. A high-powered mutant of some kind never even considered for mass production. Too weird to live, and too rare to die.”
(aus Fear and Loathing in Las Vegas)

Dirk Netter