Medien-Ente: Blienert soll Eigenanbau ablehnen

Bundesdrogenbeauftragter korrigiert Zeitungen

Foto: Sven Teschke | CC-BY-SA 3.0 | via wikimedia.org

In Deutschland soll laut der Ampelkoalition noch in dieser Legislaturperiode Cannabis legalisiert werden. Dazu häufen sich die Medienberichte – und auch Enten finden sich darunter. So haben die Neue Osnabrücker Zeitung und die Oldenburger Onlinezeitung unter der Überschrift

«Bundesdrogenbeauftragter lehnt Anbau von Cannabis-Pflanzen für Eigenbedarf ab»

berichtet, dass sich der Bundesdrogenbeauftragte Burkhard Blienert zwar für eine Legalisierung, aber gegen einen Eigenanbau ausgesprochen haben soll. Damit wäre eine wirkliche Legalisierung ohnehin konterkariert.

Diese Meldung ist – wie gesagt – schlichtweg falsch. Blienert selbst korrigierte die Ente auf seinem Twitter-Acount:

«Achtung, Überschrift ist schief: Ich bin NICHT generell gegen Eigenanbau, sondern gegen das Luxemburger Modell, das AUSSCHLIESSLICH den Eigenanbau ermöglicht».

Luxemburg hatte im Oktober 2021 angekündigt, den Anbau von bis zu vier Cannabispflanzen pro Haushalt zu legalisieren, nicht aber den Besitz beliebiger Mengen Cannabisprodukte. So soll das Mitführen von mehr als drei Gramm eine Straftat bleiben. Ursprünglich sollte Cannabis in dem Land vollumfänglich legalisiert werden. Dies sei jedoch aufgrund des geltenden EU-Rechts angeblich nicht möglich, wie Gesundheitsministerin Paulette Lennert im September 2021 erklärte.