Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS)
Angesichts der laufenden Beratungen zum neuen Medizinal-Cannabisgesetz betont die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin die Bedeutung klarer, praxisorientierter und sicherer Regelungen für die Verschreibung von Medizinalcannabis. Ziel der Initiative ist es, die bürokratischen Hürden bei der Behandlung von Patientinnen und Patienten mit chronischen Schmerzen deutlich zu reduzieren. Dadurch sollen Ärztinnen und Ärzte entlastet werden, um mehr Zeit für die direkte Patientenversorgung zu gewinnen, statt wertvolle Ressourcen in aufwändige Antragsverfahren und Rückfragen investieren zu müssen.
Derzeit ist die Verordnung von Cannabis zu medizinischen Zwecken noch mit einem hohen administrativen Aufwand verbunden. Um mögliche Regressforderungen zu vermeiden, sehen sich viele Ärzt:innen gezwungen, vorab Anträge bei den Krankenkassen zu stellen – ein Prozess, der häufig durch Verzögerungen und Nachfragen erschwert wird. Die DGS setzt sich daher dafür ein, bei medizinisch begründeten Verordnungen auf diese Antragspflicht zu verzichten und stattdessen auf eindeutige, rechtlich sichere Grundlagen zu bauen. Rückmeldungen aus ärztlichen Netzwerken deuten darauf hin, dass Regressfälle bislang nur vereinzelt vorkommen.
Zur weiteren Stärkung der Transparenz plant die DGS die Einrichtung einer zentralen Meldestelle für Regressfälle. Zudem stellt sie juristische Unterstützung für den ersten dokumentierten Fall in Aussicht. Mit diesen Maßnahmen will die DGS die Sicherheit für verordnende Ärzt:innen erhöhen und das Vertrauen in die neue Praxisleitlinie festigen.
„Bürokratie darf nicht zur Versorgungsbremse werden. Unser Ziel ist es, Ärztinnen und Ärzten die Unsicherheiten zu nehmen, damit sie sich voll auf die Behandlung ihrer Patient:innen konzentrieren können“, erklärt Dr. Richard Ibrahim, Präsident der DGS. „Die Initiative zum Bürokratieabbau ist eine klare Botschaft: Wir nehmen den Versorgungsauftrag ernst und setzen auf sichere, praxistaugliche Lösungen.“
Das Thema Bürokratieabbau und die neuesten Therapieansätze mit Medizinalcannabis werden auch auf dem Innovationsforum der DGS 2025 am 14./15. November im Münchner H4-Hotel diskutiert, bei dem die DGS aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen in der Schmerztherapie gemeinsam mit Expert:innen erörtert. Zum Innovationsforum sind Pressevertreter herzlich eingeladen. Die Pressekonferenz findet am 14.11.2025, 11 Uhr im Raum Alois statt.
Weitere Informationen: www.dgschmerzmedizin.de/kongresse/innovationsforum-der-dgs
