Nepals potentester Räucherstoff: Sal dhup (Shorea robusta)

XtraEthnobotanische Monographie

Shorea robusta. Bild: pd

Text: Markus Berger

Bei dieser ethnobotanischen Monographie handelt es sich um den gekürzten Eintrag eines in Entstehung befindlichen Buches des Titels «Neue» psychoaktive Pflanzen – Von der Drogenforschung übersehene Gewächse.

 

Shorea robusta C.F.Gaertn.

Syn. Dryobalanops robusta (C.F.Gaertn.) Oken

Trivialnamen: Agrakh (Nepal), Arbre à Sal (Frankreich), Ashvakarna (Sanskrit), Attam (Tamil), Balau Jaune (Frankreich), Bangkirai (Borneo), Borsal (Hindi), Chiraparna (Sanskrit), Common Sal (Englisch), Damar de l’Inde (Frankreich), Damar Laut (Indonesien), Dammala (Sri Lanka), Enkhyen (Burma), Gugal (Telugu), Guggilamu (Telugu), Guggilu (Indien), hal (Hindi), Indian Dammer (Englisch), Jall (Indien), Kungiliyam (Tamil), Raal (Urdu), Ral (Indien), Rala (Indien), Sagua (Indien), Sakher (Bengali), Sakhu (Indien), sakhua (Nepal), sakhwa (Indien), sakwa (Nepal), Sal (Indien, Nepal, Russland), Sala (Sanskrit), Salbaum (Deutsch), Sal-Baum (Deutsch), Salharzbaum (Deutsch), Sal Tree (Englisch), Salovoe Derevo (Russisch), Sal Seeds (Englisch), Saltree (Englisch), Saluva (Telugu), Salwa (Indien), sarai, Sara Noki (Japan), Sarja (Sanskrit), Sarjmu (Telugu), shal (Indien), Shala (Ayurveda), Shalam (Indien), Shara Noki (Japan), Shoreia Moshchnaia (Russisch), Suo Luo Shuang (China), Suo Luo Shuang Shu (China), Selangan Batu (Malaysia), Selangan Batu Kumus (Malaysia), Sekwa (Indien), Seral (Indien), Serangan Batsuu (Japan), Yellow Balau (Englisch)

Familie: Dipterocarpaceae (Flügelfruchtgewächse)

Das Harz der Pflanze wird Sal dhup, Sal dhupa, Seral, Shala niryasa, Guggilamu, Kala und Sarja rasa genannt und hat stark psychoaktive Eigenschaften – nepalesische Schamanen sagen, dass das Sal-Harz der stärkste psychotrope Räucherstoff überhaupt ist (Poornima 2009; Rätsch 2004: 63f.; Soni et al. 2013).

Ethnomedizin

Teile der Pflanze, meist Blätter und Rinde, werden von verschiedenen Stammesgruppen seit Jahrhunderten traditionell zur Behandlung unterschiedlicher Beschwerden, z.B. Wunden und Verbrennungen, Durchfall, Dysenterie, Geschwüren, Gelbsucht, Gonorrhö, Husten, Ohren- und Kopfschmerzen, Scheidenausfluss und Lepra, verwendet. Die Früchte sind nützlich bei tuberkulösen Geschwüren, Samenschwäche, brennendem Gefühl und Dermopathie (Mukherjee et al. 2013; Soni et al. 2013; Yaseen Khan et al. 2016).

«In der Unani-Medizin wird das Harz zur Behandlung von Menorrhagie, Vergrößerung der Milz und zur Linderung von Augenreizungen verwendet. In der Ayurveda-Medizin werden die Blätter als Anthelminthikum und Gegengift benutzt. Der pulverisierte Stamm, die Rinde oder die Rindenpaste werden von den Stammesbewohnern im südlichen Bihar und den Kondhs im südwestlichen Odisha, Indien, zur Blutstillung und Heilung von Schnittwunden eingesetzt. Das aus der Pflanze gewonnene Harz gilt als adstringierend und reinigend und wird zusammen mit Honig oder Zucker bei Dysenterie und blutenden Hämorrhoiden sowie zur Ausräucherung von Krankenzimmern verwendet. Sie wird auch bei Gonorrhoe und Verdauungsschwäche verabreicht. Die Rindenabkochung wird als Tropfen bei Ohrenproblemen und die Früchte bei Durchfall genutzt» (Wani et al. 2012b).

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