Diverse Studien sehen einen überraschenden Ansatz im Kampf gegen Alzheimer: Substanzen, die bisher vor allem aus der Psychotherapie mit Psychedelika bekannt sind, könnten künftig eine Rolle bei der Behandlung der Krankheit spielen.
Alzheimer entsteht durch ein Zusammenspiel mehrerer schädlicher Prozesse im Gehirn – darunter Ablagerungen von Eiweißstoffen, Entzündungen und gestörte Nervenzell-Kommunikation. Diese führen dazu, dass Gedächtnis und Denkvermögen immer weiter nachlassen.
Ein wichtiger Faktor dabei scheint die sogenannte Epigenetik zu sein. Sie steuert, welche Gene im Körper aktiv sind – und kann bei Alzheimer aus dem Gleichgewicht geraten.
Genau hier setzen Psychedelika an. Studien zeigen, dass diese Stoffe bestimmte Serotonin-Rezeptoren im Gehirn aktivieren und dadurch die Anpassungsfähigkeit von Nervenzellen verbessern. Gleichzeitig scheinen sie die Aktivität von Genen langfristig zu verändern.
In ersten Laborstudien konnten Forschende beobachten, dass Psychedelika sogar Prozesse beeinflussen, die für die epigenetische Steuerung verantwortlich sind. Das eröffnet eine neue Perspektive: Wenn es gelingt, diese Mechanismen gezielt zu nutzen, könnten krankhafte Veränderungen im Gehirn möglicherweise gebremst oder sogar teilweise rückgängig gemacht werden.
Noch handelt es sich um frühe Forschung, vor allem aus dem Labor. Ob daraus tatsächlich Therapien für Patientinnen und Patienten entstehen, müssen künftige Studien zeigen. Doch die Ergebnisse liefern einen spannenden Hinweis darauf, dass völlig neue Wege in der Alzheimer-Behandlung denkbar sind.
Paper: Gojani, E. G., Farzin, H., Sutherland, R. J., & Mohajerani, M. H. (2026), Serotonergic psychedelics as epigenetic modulators: A paradigm shift in Alzheimer’s disease therapeutics, Neuroscience & Biobehavioral Reviews, 106619.
