Ken Kesey war das Westküsten-Pendant zu Timothy Leary: Beide waren Drogen-Fans, die ihre Begeisterung für LSD schon in den Jahren vor der psychedelischen Blütezeit der späten 1960er-Jahre verkündeten.
Kesey nahm 1959 zum ersten Mal LSD, als er an der Stanford University Kreatives Schreiben studierte. Er meldete sich als Freiwilliger für die von der CIA unterstützten Experimente mit halluzinogenen Drogen im Menlo-Park-Krankenhaus.
Kesey fand die Wirkungen des LSD erstaunlich, selbst in der sterilen Umgebung des Krankenhauses. Er tolerierte die klinischen Fragen der Ärzte über die Details der Wahrnehmung und schrieb danach freimütig darüber, was die neue Droge mit seinem geistigen Leben machte.
Keseys Erfahrung im Menlo-Park-Krankenhaus inspirierte ihn auf zweierlei Weise zu seinem ersten Roman One Flew over the Cuckoo’s Nest (dt. Titel: Einer flog über das Kuckucksnest): Seine Eindrücke von der psychiatrischen Station gaben ihm Anregungen für die Handlung, und sein LSD-Konsum beflügelte seine Vorstellungskraft. Kesey gab später zu: „Ich hätte ohne LSD nicht so gut schreiben können.“
Kesey nahm dann die Droge auch außerhalb des Krankenhauses und teilte sie mit Freunden. Mit der Zeit versammelte sich in Keseys neuem Haus in La Honda, Kalifornien (südlich von Palo Alto), eine kleine Gemeinschaft psychedelischer Abenteurer. Das Haus mit seinen zweieinhalb Hektar Wald eignete sich ideal für das Leben in einer Kommune und für den Konsum von LSD. Die Gruppe in La Honda nannte sich „Merry Pranksters“. Zu ihnen zählte auch Neal Cassady, der als literarische Figur in der Beat-Literatur zu Ruhm gelangt war, und mehrere junge Leute, die später zu Ruhm gelangen sollten, darunter Jerry Garcia und Stewart Brand.
In La Honda nahmen sie häufig Acid-Trips und diskutierten das Potenzial der Droge, sowohl das individuelle Bewusstsein wie auch, die Gesellschaft insgesamt zu verändern. 1964 entschlossen sie sich dazu, sich mit ihren psychedelischen Experimenten auf Achse zu begeben. Kesey kaufte einen alten Schulbus: Sie bemalten ihn mit wilden Neondesigns, rüsteten ihn mit einer Stereoanlage aus und begannen auf dem Weg von Kalifornien nach New York, Musik und Botschaften an Mainstream-Amerika zu verbreiten. Vorne am Bus verkündeten sie ihr Ziel als „FURTHUR“, eine Wortschöpfung aus „future“ (Zukunft) und „further“ (weiter).
Lucys Xtra
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