LSD-Enthusiasten der 1960er Jahre knüpften Verbindungen zwischen den psychedelischen Erfahrungen und der Meditationspraxis des Zen-Buddhismus. Für viele Menschen stellte ein LSD-Trip einen vernunftmäßigen Glauben an die stabile „Wirklichkeit” der Außenwelt infrage, und in diesem Sinne scheinen die psychedelischen Erfahrungen mit buddhistischen Vorstellungen der Leere und Loslösung im Einklang zu stehen.
Die einflussreichste Arbeit, die LSD mit Zen-Buddhismus verbindet, stammt von den psychedelischen Aktivisten Timothy Leary, Richard Alpert und Ralph Metzner. Die drei Männer arbeiteten zusammen an dem Handbuch The Psychedelic Experience (dt. Titel: Psychedelische Erfahrungen), wobei sie das Tibetische Totenbuch adaptierten, um LSD-Konsumenten beim Trippen zu unterstützen. Das Buch verkaufte sich gut und wurde in mehrere Sprachen übersetzt.
Wie Rick Fields erklärt, vertreten Buddhismus-Forscher in Amerika unterschiedliche Auffassungen über die LSD-Zen-Beziehung. Einige, wie zum Beispiel D.T. Suzuki, waren skeptisch, dass irgendeine Drogenerfahrung eine wahre meditative Arbeit fördern, geschweige denn reproduzieren könne.
Viele ernsthafte Zen-Praktiker bezweifelten, dass Acidheads zur notwendigen Disziplin und Konzentration fähig seien. Andere, u. a. Alan Watts, betrachteten LSD als ein möglicherweise wertvolles Hilfsmittel für diejenige, die auf der Suche nach Weisheit sind. Watts zögerte, die psychedelischen Erfahrungen zu verallgemeinern (wegen der mannigfaltigen Variablen bezüglich des „Set and Setting“ – der Geistesverfassung und der Rahmenbedingungen), aber in seinem Fall führte die Droge zu einem Bewusstseinszustand, der dem, „was er als Wesenszug des Zen verstand, sowohl ähnlich als auch ganz anders war”.
Lucys Xtra
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