Rettet den Nachtschatten Verlag!

Crowdfunding läuft noch knapp zwei Wochen

Der Solothurner Nachtschatten Verlag, bekannt für seine Publikationen rund um das Thema „Rauschkultur“, steckt derzeit in finanziellen Schwierigkeiten. Um die Zukunft des Traditionsverlags zu sichern, wurde eine Crowdfunding-Kampagne unter dem Titel „Rettet den Nachtschatten!“ auf der Plattform We Make It gestartet. Das Mindestziel von 25 000 Franken wurde bereits kurz nach dem Start deutlich übertroffen: Nach wenigen Tagen waren über 30 000 Franken zusammengekommen, bisher sind mehr als 40.000 Franken eingegangen. Von über 200 Unterstützerinnen und Unterstützern.

Trotz dieses Erfolgs betont Verlagsleiter Roger Liggenstorfer, dass insgesamt mindestens 50 000 Franken nötig seien, um die aktuelle Krise zu überstehen und wieder langfristig planen zu können. Der Verlag verzeichnete in den vergangenen Monaten deutlich rückläufige Umsätze, insbesondere im Frühjahr. Der Mai sei der schlechteste Monat seit über zehn Jahren gewesen. Auch zwei Hanfmessen, an denen der Verlag beteiligt war, blieben hinter den Erwartungen zurück. Zudem verkaufte sich das neu erschienene Buch „101 Gründe, Cannabis zu lieben“ nicht so gut, wie erhofft.

Neben den schwachen Verkaufszahlen machen dem Verlag auch strukturelle Veränderungen im Buchmarkt zu schaffen. Themen wie künstliche Intelligenz verdrängen traditionelle Nischenthemen zunehmend, und der schwache Eurokurs belastet zusätzlich, da rund 80 Prozent des Umsatzes in Deutschland erzielt werden.

Um zukunftsfähig zu bleiben, plant der Nachtschatten Verlag mehrere Reformen. Er will seine digitale Präsenz ausbauen, etwa durch eine Online-Plattform, einen eigenen YouTube-Kanal und einen Podcast. Neue Bücher sollen künftig nur noch erscheinen, wenn sie vorfinanziert sind. Zudem soll das hauseigene Magazin „Lucys – Alles, was den Geist bewegt“ künftig viermal jährlich statt wie bisher zweimal erscheinen.

Trotz der aktuellen Herausforderungen zeigt sich Liggenstorfer optimistisch. Er glaubt, dass der Verlag gestärkt aus der Krise hervorgehen kann – dank der großen Unterstützung aus der Community und den geplanten strategischen Neuausrichtungen.

Bericht in der Solothurner Zeitung

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