Schweiz: Legales Gras per Modellversuch

Schon oft wurde in der Eidgenossenschaft über Modellprojekte diskutiert, aber am 15. September 2022 war es endlich soweit: Bürgerinnen und Bürger der Stadt Basel konnten in Apotheken legal Cannabis erwerben. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hatte das Okay für diesen Modellversuch gegeben, um einen Einblick in die »Cannabis-Szene« gewinnen zu können.

Dazu meinte die Basler Suchtfachfrau Regine Steinauerim Gespräch mit euronews.com: «Wir haben keine Kontrolle über die Qualität der Cannabis-Produkte, wir haben keinen Kontakt zu den Konsumenten. Der Schwarzmarkt boomt. Die Situation ist in der Tat sehr unbefriedigend. Und eine Reaktion darauf muss erfolgen. Unsere erste Forschungsfrage ist,ob sich der Konsum verändert. Ob mehr, weniger oder gleich viel konsumiert wird. Und wir untersuchen auch, ob sich die psychische Befindlichkeit und die körperliche Gesundheit verändert bei Konsum von Cannabis aus den Apotheken.»

Im Kanton Aargau wurden Felder mit potentem THC-Hanf kultiviert, um diesen dann an erste Teilnehmer des Modellversuchs verkaufen zu können. Ohne Anmeldung ging das allerdings nicht: Käuferinnen und Käufer mussten sich rechtzeitig beim BAG melden, um beim Projekt mitmachen zu dürfen. Die Teilnehmerzahl ist auf 400 Personen begrenzt. Das Experiment soll zweieinhalb Jahre dauern, dann will das BAG die Ergebnisse des Versuchs prüfen.

Nachdem am 1. August 2022 (dem Schweizer Nationalfeiertag) bereits die ärztliche Verschreibung von Medizinalcannabis in der Schweiz eingeführt worden war, folgt mit dem Basler Modellprojekt der nächste Schritt in Richtung Entkriminalisierung bzw. Legalisierung. Solche Pilotversuche können bald in jeder grösseren Stadt der Schweiz umgesetzt werden. Aktuell sind um die 10 Städte startbereit.

www.bag.admin.ch/bag/de/home/gesund-leben/sucht-und-gesundheit/cannabis/pilotprojekte.html