Psilocybin-Microdosing: Leichte Vorteile für Kreativität – aber keine Wundereffekte

Neue Studie erschienen

Die Mikrodosierung von Psilocybin (z.B. von psilocybinhaltigen Trüffeln) gilt in manchen Kreisen als Geheimtipp für mehr Kreativität und geistige Leistungsfähigkeit. Eine neue wissenschaftliche Untersuchung zeigt nun: Ganz unbegründet sind diese Hoffnungen nicht – doch die Effekte sind begrenzt.

In drei doppelblind-placebokontrollierten Studien mit insgesamt 171 Teilnehmenden untersuchten Forschende die Auswirkungen von Psilocybin-Mikrodosen auf verschiedene Formen des Denkens. Das Ergebnis: Personen, die Psilocybin in sehr kleinen Mengen einnahmen, zeigten eine leicht erhöhte Fähigkeit zu originellen Ideen. Genauer gesagt verbesserte sich die „Qualität“ des divergenten Denkens – also die Fähigkeit, viele unterschiedliche und kreative Lösungsansätze zu entwickeln.

Allerdings relativiert die Studie zugleich verbreitete Erwartungen. Andere Aspekte kreativen Denkens sowie das sogenannte konvergente Denken – also das zielgerichtete Finden einer richtigen Lösung – blieben unbeeinflusst. Zudem zeigte sich der Effekt nur unter bestimmten Bedingungen, etwa wenn die Dosierung im Verhältnis zum Körpergewicht berücksichtigt wurde.

Ein wichtiger Punkt: Die beobachteten Effekte konnten nicht allein durch Erwartungshaltungen oder demografische Unterschiede erklärt werden. Dennoch betonen die Forschenden, dass Placeboeffekte und Vorerfahrungen mit Psychedelika künftig noch stärker kontrolliert werden müssen.

Fazit: Mikrodosierung könnte die Originalität von Ideen leicht steigern, ist aber weit entfernt von einem umfassenden „kognitiven Booster“. Weitere Forschung ist nötig, um die tatsächliche Wirkung besser zu verstehen.

Paper: Prochazkova L, Marschall J, van Elk M, Rifkin BD, Schon NR, Fiacchino D, Fejer G, Kuchar M, Hommel B. (2026), Microdosing psilocybin and its effect on creativity: Lessons learned from three double-blind placebo controlled longitudinal trials, Neuropharmacology 284 :110732.