Substanzkonsum bei Jugendlichen: Rückgang beim Alkohol – weiterhin hoher Vapekonsum

Medienmitteilung Blaues Kreuz Bern-Solothurn-Freiburg

Jugendlicher Substanzkonsum im Fokus: Weniger Alkohol, aber anhaltender Trend zu E-Zigaretten

(pm) Die neusten Erhebungen des Blauen Kreuzes Bern-Solothurn-Freiburg zeigen: Der Alkoholkonsum bei Jugendlichen geht weiter zurück – gleichzeitig bleibt der Konsum von E-Zigaretten auf hohem Niveau, und auch das Rauchen nimmt wieder leicht zu.

Seit zehn Jahren untersucht das Blaue Kreuz das Konsumverhalten von Jugendlichen im Kanton Bern und im deutschsprachigen Teil des Kantons Freiburg. Die Daten des ersten Halbjahres 2025 basieren auf anonymen Befragungen von 673 Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren, die an Suchtpräventions-Workshops teilgenommen haben.

Weniger Alkohol, mehr Nikotinprodukte
Der Rückgang des wöchentlichen Alkoholkonsums setzt sich fort und entspricht dem allgemeinen gesellschaftlichen Trend. Sorgen bereiten hingegen die Entwicklungen im Bereich Nikotin: E-Zigaretten – oft günstig, leicht verfügbar und mit jugendgerechtem Design – sind weiterhin sehr beliebt. Zudem zeigt sich beim klassischen Tabakkonsum nach Jahren des Rückgangs erstmals wieder ein leichter Anstieg.

Mehrfachkonsum und Werbeeinflüsse im Fokus
Unklar ist derzeit, inwieweit die aggressiv vermarkteten neuen Nikotinprodukte den allgemeinen Tabakkonsum beeinflussen. Erste Hinweise deuten darauf hin, dass viele Jugendliche mehrere Nikotinprodukte gleichzeitig nutzen.

Appell an Politik und Gesellschaft
Die Zahlen machen deutlich: Es braucht dringend wirksame strukturelle Massnahmen im Jugendschutz – etwa die Umsetzung der «Kinder ohne Tabak»-Initiative, Werbeverbote, Steuererhöhungen auf Nikotinprodukte und eine strengere Regulierung der Verfügbarkeit. Nur so lässt sich verhindern, dass Jugendliche in eine frühe Abhängigkeit von legalen Suchtmitteln geraten.

Das Blaue Kreuz Bern-Solothurn-Freiburg ist eine Fachorganisation für Suchtfragen mit den Arbeitsbereichen Prävention + Gesundheitsförderung, Beratung + Therapie sowie Integration + Betriebe. Rund 80 Mitarbeitende und gut 250 Freiwillige an 14 Standorten setzen die vielfältigen Angebote um, welche durch Leistungsaufträge der Kantone sowie Spenden und Beiträge von Institutionen und Privatpersonen mitfinanziert sind. Die Vernetzung mit dem Schweizerischen und Internationalen Blauen Kreuz unterstützt die Innovationen und die Qualitätssicherung.
Das Blaue Kreuz ist politisch und konfessionell unabhängig.

Claude Knöpfel
Produktverantwortlicher Workshops
Blaues Kreuz Bern-Solothurn-Freiburg
claude.knoepfel@suchtpraevention.ch

Weitere Informationen:
Blaues Kreuz BE-SO-FR