Teil-Legalisierung: Cannabiskonsum nicht angestiegen

Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung

Zwei Jahre nach der Teil-Legalisierung von Cannabis in Deutschland zeigt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) ein differenziertes Bild: Entgegen früherer Befürchtungen ist der Cannabiskonsum unter Erwachsenen zunächst nicht deutlich angestiegen. Gleichzeitig ist die Zahl der registrierten Cannabisdelikte stark zurückgegangen – vor allem, weil Besitz und Anbau kleiner Mengen seit der Gesetzesänderung nicht mehr strafbar sind. Entsprechend sank die Zahl dieser Delikte von rund 174.000 im Jahr 2023 auf etwa 62.000 im Jahr 2024.

Während sich der Cannabismarkt insgesamt stabil zeigt – etwa bei gleichbleibenden Straßenpreisen –, entwickeln sich andere Drogenmärkte deutlich dynamischer. Besonders bei Kokain, Crack und Methamphetamin verzeichnen Forschende seit Jahren steigende Konsumzahlen.

Die Teillegalisierung bleibt in jeder Hinsicht umstritten. Die Studienautorinnen betonen, dass ein erneutes Verbot kaum der effektivste Weg sei, um den Konsum zu senken. Stattdessen rücken Prävention und Aufklärung stärker in den Fokus. Zugleich warnen sie davor, die zunehmende Verbreitung anderer, teils gefährlicherer Drogen aus dem Blick zu verlieren.

DIW