Vom Heiligtum und Hexenwerk

XtraMutterkorn in der Antike, der Wandel des Glaubens und die Renaissance des Weltbewusstseins

Text Alice Dorothea Baker

Die griechische Mythologie enthält viele Archetypen; Urbilder, göttliche Konzepte und Ideen, die in menschliche Gestalt gekleidet wurden, um sie verständlicher zu machen. Der Wetter- und Herrschergott Zeus und seine Gemahlin Demeter, die Göttin des Wachs­tums und der Fruchtbarkeit, zeugten miteinander Kore, deren Name so viel wie «(Korn-)Mädchen» oder besonders hier auch «Tochter» bedeutet.

Der Mythos vom Raub der Persephone
Hades, der Gott der Unterwelt, verliebte sich unsterblich in Kore und bat seinen Bruder Zeus, sie zur Frau nehmen zu dürfen. Dieser wusste, dass sie wohl kaum freiwillig in die lichtlose Unterwelt gehen würde, und stimmte deshalb weder zu, noch lehnte er ab. Hades verstand dies als Zustim­mung und nahm sie in seinem Wagen mit, als sie Rosen und Krokus pflückte. Zeus ignorierte dies. Helios, der allsehende Sonnengott, berichtete Demeter, was geschehen war. Diese entzog in ihrem tiefen Schmerz der Erde und den Pflanzen ihre Fruchtbarkeit und Lebenskraft. Es wurde kalt, und das Leben auf der Erde stand still.

Demeter nahm die Gestalt einer alten Frau an und suchte überall auf der Welt nach ihrer Tochter, bis sie erschöpft in Eleusis ankam. Dabei gelangte sie in den Palast des Königs Keleos. Als Dank für seine Gastfreundschaft gab sie sich zu erkennen, ließ einen Tempel errichten und gab Anweisungen, wie die Riten in diesem Tempel durchzuführen seien. Außerdem lehrte sie Tripto­lemos, den ersten Eingeweihten des Tempels, die Kunst des Ackerbaus und beauftragte ihn, dieses Wissen an die Menschen weiterzugeben.

Hekate, die Herrin der Schwellen und Über­gänge, hatte inzwischen Kores Schreie aus der Unterwelt gehört und sie ausfindig gemacht. Her­mes, der Götterbote und Vermittler, wurde hinun­tergesandt, um sie zurückzuholen. Da sie jedoch zuvor von einem Granatapfel gegessen hatte, war ihr die Rückkehr verwehrt, denn das Kosten dieser Frucht bedeutete die symbolische Heirat mit Hades. Von da an wurde sie nur noch Persephone genannt. Zeus, der das Sterben der Lebewesen nicht dulden konnte, führte zähe Verhandlungen mit seinem Bruder. Schließlich durfte Persephone die ersten zwei Drittel des Jahres bei ihrer Mutter im Olymp bleiben, musste jedoch das letzte Drit­tel bei ihrem Gemahl in der Unterwelt verbringen.

Lucys Xtra

Du hast bereits einen Onlinezugang bei uns? Dann melde dich hier an.

Einzelbeitrag

0,90 CHF
Vom Heiligtum und Hexenwerk
» Sofortzugriff auf den ganzen Beitrag
» Zusätzliche Bilder und Informationen
» 12 Monate unbegrenzt abrufbar
» Auf all deinen Geräten nutzbar

Onlinezugang

13,80 CHF
» Ein Monat gratis lesen
» Unbegrenzter Zugriff auf exklusive Inhalte
» Abodauer selbst flexibel bestimmen
» E-Papers gratis ab 24 Monaten Laufzeit

Print-Abonnement

35,00 CHF
» Zwischen verschiedenen Abos wählen
» Preis selbst bestimmen
» Onlinzugang & E-Paper gratis erhalten
» Dankeschön geschenkt bekommen