Weltweit breit

XtraCannabis wird immer legaler

Lighting up marijuana cannabis joint

Text Michael Knodt

Bis 2013 war klar: Cannabis ist weltweit illegal, so lange es aus hedonistischen oder, wie man im Englischen sagt, «recreational» (rekreativen, entspannenden) Gründen konsumiert wird*. Seit Uruguay 2013 als erstes Land der Welt Cannabis legalisiert hat, macht das Modell Schule. Laut einer Erhebung des Deutschen Hanfverbandes (DHV) lebten Ende 2019 knapp 130 Millionen Menschen an einem Ort, wo Cannabis schon legal ist. Das sind nur ungefähr 1,5 Prozent der Weltbevölkerung.

Bislang hat es nach Uruguay lediglich Kanada gewagt, für den Freizeitkonsum bestimmtes sowie medizinisches Cannabis im ganzen Land zu legalisieren und zu regulieren. Neben diesen beiden Ländern wollen noch zahlreiche andere zukünftig auf eine entspannte Cannabispolitik setzen, ohne dass sie bislang konkrete Gesetze erlassen haben. Doch das wird sich höchstwahrscheinlich schon im Laufe dieses Jahres ändern. Die Regierungen Luxemburgs und Mexikos haben bereits Gesetzesvorlagen auf den Weg gebracht, die eine Regulierung von Cannabisprodukten sowohl zum medizinischen Gebrauch als auch zu Genusszwecken vorsehen. Auch andere Länder wie die Schweiz und Neuseeland sind sich durchaus bewusst, dass ihre Cannabis-Gesetzgebung reformbedürftig ist, und wollen das nicht Hals über Kopf, jedoch langsam und schrittweise ändern.

Wenig wirklich gute Beispiele

Dass Uruguay und Kanada den Ländern, die Ähnliches im Sinn haben, gute Beispiele liefern, wie ein regulierter Cannabismarkt aussehen könnte, ist leider ein Irrtum.

In Uruguay funktionieren die Cannabis Social Clubs sehr gut. Hier können sich Cannabis-Liebhaber zu Anbaugemeinschaften zusammenschließen, um die Früchte ihrer Arbeit gemeinsam zu ernten und genießen. Die Mitgliederzahl ist auf 99 beschränkt, damit ein kommerzieller Charakter vermieden wird. Das staatliche medizinische Programm ist nach Startschwierigkeiten auf gutem Weg, und auch der private Anbau von bis zu sechs Pflanzen pro Person hat sich bewährt.

Anders verhält es sich mit den Verkaufsstellen. Das Gesetz verbietet Cannabis-Fachgeschäfte und zwingt stattdessen Apotheken, den Verkauf von Cannabis zu Genusszwecken zu übernehmen. Die meisten Apotheken wollen aber gar kein Weed verkaufen. So gibt es in Uruguay bis heute sehr wenige Verkaufsstellen und bei einem großen Teil des konsumierten Cannabis handelt es sich um illegal importiertes Cannabis aus Paraguay. Zudem sind Touristen von den neuen Freiheiten ausgeschlossen.

Kanada hat sich zwei Jahre lang Zeit genommen, sein Gesetz vorzubereiten und 2018 zu verabschieden. Das funktioniert mittlerweile auch passabel, allerdings gibt es aufgrund des unerwartet hohen Bedarfs noch immer Lieferschwierigkeiten. Cannabis ist bundesweit legal, wobei die einzelnen Bundesstaaten bei den Details wie Mindestalter, Lizenzvergabe oder Kontrollmechanismen durchaus mitbestimmen konnten. So liegt die Altersgrenze in einigen Territorien bei 18, in anderen bei 21 Jahren. Sogenannte Edibles (THC-haltige Snacks) sind erst seit Ende 2019 unter Berücksichtigung zahlreicher Sicherheitsauflagen erlaubt, nachdem es um deren generelle Zulassung eine intensive Diskussion gegeben hatte.

Lucys Xtra

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