Cannabis-Verarbeitung: Kief vs. Skuff

XtraDie Extraportion für den engagierten Grower

Eine Messerspitze Kief. Foto: pd

Text: Chuck Lore

Jede und jeder, der selbst Cannabis angebaut hat, kennt das Problem. Die Blüten sind eng mit Trichomen (Harzdrüsen) besetzt, die blütennahen Blätter auch, doch die anderen Pflanzenteile eher weniger. Beim Beschnitt werden in der Regel die besonders dicht bewachsenen Pflanzenblätter für einen späteren Konsum aussortiert. Aber etliche Teile mit spärlichem Besatz fallen aus dem Raster und landen auf dem Komposthaufen. Dabei beträgt der mögliche Gewinn an hochpotentem Harz, das ungenutzt in den Drüsen sitzt, bis zu zehn Prozent des Blütengewichts. Das liest sich unglaublich, ist aber wahr.

Die blütenfern sitzenden Trichome haben eine ähnliche Potenz wie die, die direkt an den Blüten wachsen. Sie sind lediglich weniger dicht gewachsen, darum werden größere Blätter und Stängel meist nicht verwertet. Die verschiedenen Bezeichnungen, die es für die gewonnenen Drüsen gibt, meinen übrigens alle das Gleiche. Kief (auch in den Schreibweisen Keef, Kef oder Kif zu finden) nennen es die einen, Skuff die anderen. Manchmal, z.B. in niederländischen Coffeeshops, wird es auch als Pollen bezeichnet, das ist aber irreführend, weil es sich nicht um den Blütenstaub der männlichen Hanfpflanze handelt.

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, an die begehrten Inhaltsstoffe zu kommen. Die eine ist die durch Siebung, die andere die durch Rühren im Wasserbad. Sie sind annähernd gleichwertig, unterscheiden sich aber durch den Kosten- und Arbeitsaufwand. Bei beiden Verfahren bleiben übrigens noch etwa zehn Prozent des gewonnenen Harzes an dem Pflanzenmaterial hängen, das ist der Nachteil dieser mechanischen Trennung.

Die kostenaufwändigste Methode ist die, die Trennung mittels eines elektrisch betriebenen Pollinators, der auch Pollenmaschine, Pollen-Extraktor oder Pollenshaker genannt wird, durchzuführen. Dieser hat in der Regel einen um die Längsachse rotierenden Drahtkäfig, der mit einem engmaschigen Sieb umspannt ist. In dem Käfig kommt das getrocknete Pflanzenmaterial, und der Zylinder wird in langsame Drehung versetzt. Nach und nach lösen sich die Trichome ab und fallen durch das Sieb in einen Auffangbehälter. Nach rund einer halben Stunde, manchmal auch erst nach einer ganzen Stunde, sind die meisten Harzdrüsen losgelöst und der Prozess ist beendet. Das Sieb hat typischerweise eine Maschenweite zwischen 100 und 150 Mikrometer. Größere Weiten lassen zu viel Grünmaterial hindurch, kleinere halten zu viele Trichome zurück.

Im Mittelfeld der anfallenden Kosten liegen handbetriebene Geräte. Sie sind meist in schüttelbarer Ausführung erhältlich und erinnern an mittelgroße Dosen. Bei ihnen ist ein Sieb an einem Ende so angebracht, dass die durch das Schütteln gelösten Drüsen in einen geschlossenen Behälter fallen. Dort werden sie gesammelt und nach dem Prozess, der ebenso bis zu einer Stunde dauern kann, entnommen. Diese kleinen Helfer sind günstig zu erwerben, der Nachteil ist hier der Arbeitsaufwand, der recht hoch sein kann. Auch kommt es häufiger vor, dass das Sieb durch Stängel im Pflanzenmaterial oder allzu heftiges Schütteln beschädigt wird. Die Maschenweite der Siebe ist vergleichbar mit denen, die bei elektrischen Geräten zum Einsatz kommen. Bei größeren Schäden kann es durch einen Nylonstrumpf für Damen ersetzt werden, das gilt auch für selbstgebaute Lösungen.

Lucys Xtra

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