Happy Birthday, Sasha Shulgin!

Posthume Geburtstagsgrüße an einen herausragenden Psychonauten

Am 17. Juni 2019 wäre Alexander „Sasha“ Shulgin 94 Jahre alt geworden. Der kalifornische Pharmakologe und Chemiker verbrachte den Großteil seines Lebens mit der Entwicklung und Erforschung von psychedelischen Substanzen, bis er im Jahr 2014 an den Folgen einer kurz zuvor entdeckten Krebserkrankung verstarb.

Er hinterließ eine Vielzahl von Artikeln und Büchern. Zusammen mit seiner Frau Ann Shulgin publizierte er die vielbeachteten Werke PiHKAL und TiHKAL (Phenethylamines / Tryptamines I Have Known And Loved), in denen er ausführlich über seine Arbeit und seine Erfahrungen berichtet.

Shulgin wird die Wiederentdeckung des bereits 1912 entwickelten MDMA zugeschrieben. Eine Studentin machte ihn 1976 auf die Wirkung der Substanz aufmerksam, woraufhin er einen neuen Syntheseweg entwickelte. Offenbar war er so beeindruckt von der Substanz, dass er sie seinem Freund Leo Zeff empfahl (Benzenhöfer & Passie 2010).

Zeff setzte sie in seiner psychotherapeutischen Arbeit ein und setzte damit einen Grundstein für die psychedelische Therapie. Er ging davon aus, dass MDMA die User in einen Zustand der „urpsrünglichen Unschuld“ zurückversetzt, woraus sich der Szenename „Adam“ entwickelte.

Shulgin war der Urheber des Stoffgruppennamens 2C, der psychedelischen Phenethylamine, zu denen beispielsweise 2C-B, 2C-E und alle anderen 2C-x-Derivate zählen. Eine Vielzahl der Substanzen der 2C-x und DO-x Gruppen wurden erstmals von Shulgin synthetisiert (Shulgin 1978).

In Psychonautenkreisen ist die „Shuling Rating Scale ein Instrumentarium, um die Wirkungsintensität von psychedelischen Drogen zu beschreiben. Dabei werden die Erfahrungen von „Minus“ für keinen Effekt, bis „Plus-three“ für den stärksten Effekt unterteilt. Darüber hinaus entspricht der Zustand „Plus-four“ einem magischen, gelassenen Zustand, der am besten mit einer mystischen Erfahrung beschrieben werden kann (Shulgin 1995: xxiv-xxv).

Psychonautinnen und Psychonauten auf aller Welt gedenken den herausragenden Leistungen einer psychedelischen Größe.

Dirk Netter

 

Weiteres über Alexander „Sasha“ Shulgin:
Trailer der Shulgin-Doku „Dirty Pictures“
Fragerunde mit Sasha und Ann Shulgin (gaiamedia)

Literatur:
Benzenhöfer, Udo & Torsten Passie (2010): Rediscovering MDMA (Ecstasy): The Role of the American Chemist Alexander T. Shulgin: The Rediscovery of MDMA by Alexander T. Shulgin“. In: Addiction 105, Nr. 8 (9. Juli 2010): 1355–61.

Shulgin, Alexander (1978): „Psychotomimetic Drugs: Structure-Activity Relationships“. In: Handbook of Psychopharmacology, Chapter 6 Volume 11: Stimulants, Plenum Press, New York 1978

Shulgin, Alexander, & Ann Shulgin (1995): „Pihkal: A Chemical Love Story“. Berkeley, Calif: Transform Press

Shulgin, Alexander, & Ann Shulgin (1997): „Tihkal: The Continuation“. Berkeley, Calif: Transform Press