Hoffnung trotz Trauma

XtraPsychotherapie mit MDMA

"Medical science has made such tremendous progress that there is hardly a healthy human left." Aldous Huxley Foto: 123RF

Text Maurice Clermont

Angst, Trauer, Hilflosigkeit, geistige Leere. All das sind Gefühle, die wohl jeder von uns schon einmal durchlebt hat. Doch dies umschreibt nicht ansatzweise die emotionale Zerrüttung, die PTBS-Patienten tagtäglich durchleben müssen.
Posttraumatische Belastungsstörungen – kurz PTBS – sind psychische Erkrankungen, die durch traumatisierende Ereignisse ausgelöst werden können. Dazu zählen Misshandlungen, sexueller Missbrauch, Kriegserlebnisse, schwere Unfälle und andere stark belastende Erfahrungen. Selbst in ungefährlichen Situationen fühlen sich Betroffene oft stark gestresst, verängstigt oder bedroht. Zu den typischen Symptomen gehören außerdem Affektintoleranz, Vermeidungshaltung und soziale Isolation; auch Konzentrations- und Schlafstörungen sowie Albträume oder sogar Suizid sind keine Seltenheit.
Aufgrund ihrer Unfähigkeit, heftige Gemütserregungen auszuhalten (Affektintoleranz) sowie der daraus folgenden Vermeidungshaltung gegenüber der traumatischen Erfahrung und durch ihre soziale Isolation fällt es oft äußerst schwer, die Betroffenen zu behandeln. Insbesondere Patienten, die von Vertrauenspersonen missbraucht oder misshandelt wurden, sind sehr misstrauisch gegenüber anderen Personen, was ein offenes Verhältnis zum Therapeuten deutlich erschwert.

PTBS sind ein ernsthaftes volksgesundheitliches Problem. Zwischen 6 und 10 Prozent der amerikanischen Gesellschaft erleiden mindestens eine PTBS innerhalb der Lebenszeit (Lebenszeitprävalenz). Bei amerikanischen Soldaten, die aus dem Irakkrieg zurückkehrten, stieg die Lebenszeitprävalenz auf 18 Prozent, und bei Kindern in Kriegsgebieten sogar auf 41 Prozent mit starken Symptomen beziehungsweise 72,8 Prozent mit leichten Symptomen. Bei mehr als einem Drittel der Patienten bessert sich die Situation selbst nach jahrelanger Therapie nicht.

Psychotherapeutisches Potential

MDMA allein ist kein Wundermittel. Nur durch den Konsum dieser Substanz wird kein psychisch kranker Mensch gesund. Allerdings kann MDMA zusammen mit einer Psychotherapie zu enormen Erfolgen bei der Behandlung von PTBS führen. Mithilfe der MDMA-unterstützten Psychotherapie können tiefgreifende psychische Veränderungen in deutlich kürzerer Zeit als bei konventionellen Therapieformen erreicht werden. Selbst bei behandlungsresistenten Patienten kann bereits eine einzige MDMA-Sitzung enorme Verbesserungen bewirken.

Nach der ersten abgeschlossenen Phase-2-Studie von MAPS (Multidisciplinary Association for Psychedelic Studies) zeigten 83 Prozent der Patienten nach nur zwei MDMA-Sitzungen keine PTBS-Symptomatik mehr. Dabei kam es weder zu ernsthaften Blutdruckerhöhungen noch zu unerwünschten neurokognitiven Effekten. In einer langfristigen Follow-up-Studie zeigten mindestens 74 Prozent eine anhaltende Reduzierung ihrer PTBS- Symptome.

Anders als die meisten Antidepressiva wird MDMA nicht jeden Tag eingenommen. In den Studien von MAPS wird es normalerweise nur zwei- bis dreimal verabreicht.

Lucys Xtra

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