IBOGA

XtraEntheogener Lehrmeister und traditionelle Heilpflanze aus Afrika

Ein Teilnehmer am Initiationsritual in Mandilou, Gabun, erhält seine erste Dosis Iboga. Foto: Laurent Sazy

Text Eudaimon

Der tropische Strauch Tabernanthe iboga ist nicht nur die Grundlage einer alten Initiations- und Heiltradition aus Afrika, sondern rückt auch mehr und mehr in den Fokus der westlichen Medizin. Außerdem wird Iboga von spirituellen Suchern immer häufiger als Tür zu den Zwischenwelten genutzt. In Afrika dient die Pflanze vermutlich seit den Anfangstagen der Menschheit zur Kontaktaufnahme mit Naturwesen, den Ahnen, anderen Dimensionen sowie zum Heilen. Wandernde Pygmäenvölker, direkte Nachfahren der ältesten Homo sapiens, überlieferten den traditionellen Nutzen von Iboga.

Ibogain, das Hauptalkaloid der Pflanze, eines von 12 natürlich vorkommenden ibogenen Indolalkaloiden (inklusive der Oxidationsprodukte sind es insgesamt 18), hat einzigartige Qualitäten, die mittlerweile auch bei der akademischen Forschung verstärktes Interesse wecken. Ibogain hilft Drogensüchtigen auf höchst effektive Weise, ihre Sucht zu überwinden, und wird zunehmend auch als Heilmittel erschlossen, unter anderem bei Parkinson und in der Psychotherapie.

Das zentrale Element der Iboga-Tradition ist eine mehrere Tage dauernde gelenkte Nahtoderfahrung, ausgelöst durch große Mengen Wurzelrinde des Iboga-Strauches. Die Initiation in die Welt der Ahnen und Geister stellt den Übergang vom Jugendlichen zum Erwachsenen dar: Das Kind stirbt und wird als erwachsenes und vollwertiges Mitglied des Stammes wiedergeboren. Ein weit verbreiteter Name für diese Traditionen ist Bwiti.

Iboga in Afrika
Es gibt verschiedene Strömungen solcher Bwiti-Kulte, die unterschiedliche ethnische und spirituelle Fundamente aufweisen. Allen Strömungen gemeinsam ist der Gebrauch von Iboga als initiatorisches Sakrament. Während tief im Dschungel stark animistisch orientierte, vom westlichen Kolonialismus kaum beeinflusste Gruppen leben, finden sich in dichter besiedelten Gegenden auch synkretistische Formen des Bwiti, welche die christliche Religion der französischen und deutschen Missionare in ihr Glaubenssystem integrierten. Die mythologischen afrikanischen Charaktere verschmolzen dabei mit christlichen Heiligen, wobei sogar kirchliche Feiertage teilweise übernommen wurden. So gibt es im Bwiti der Fang-Ethnie eine von Gründonnerstag bis Ostersonntag dauernde Zeremonie, bei der ständig Iboga eingenommen und gefeiert wird.

Lucys Xtra

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