Regulierter Rausch

XtraDrogenmündigkeit & Safer Use

Text Fabian Pitter Steinmetz

Regeln und Rausch sind Begriffe, die man wahrscheinlich nicht zwangsläufig miteinander verbindet, und wenn, dann wohl eher als konträre Begriffe. So wie die Ermahnungen der Mutter, um 17 Uhr zu Hause zu sein, einem rauschhaften Spielnachmittag eher im Wege standen, sind auch Türsteher und Polizisten für viele Menschen die Spaßbremsen des Nachtlebens. Gerade den Deutschen unterstellt man eine gewisse Liebe zu Regeln und Normen – ob das stimmt, möchte ich an dieser Stelle nicht weiter erörtern. Dennoch muss man akzeptieren, dass wir in einem dichten Netzwerk von Regeln leben. Vom Verkehr über die Steuern bis hin zur Mülltrennung gibt es überall Regeln, an die wir uns mehr oder weniger halten.

Auch bei Rauschmitteln gibt es Regeln, zum Beispiel, dass man nicht betrunken Auto fahren darf oder dass Tabak und Alkohol nicht für Kinder erhältlich sind. Dass man vor allem in Kindheit und Jugend Regeln zu brechen versucht, ist im Zusammenhang mit legalen und illegalen Drogen sehr interessant. Während mehr als jeder vierte Erwachsene mindestens einmal im Leben illegale Drogen konsumiert hat, ist die Prävalenz bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen signifikant höher. Ein Grund dafür könnte sein, dass unsere Wissensgesellschaft die Panikmache in Bezug auf Drogen (wie sie beispielsweise in den 1980ern vorherrschte) nicht mehr zulässt. Viele Jugendliche gehen den Weg zur „Drogenmündigkeit“ quasi alleine, obgleich wir diese Drogenmündigkeit traditionell von unseren Eltern oder Verwandten erlernen, zumindest bei Kulturdrogen wie Kaffee, Tabak, Bier oder Wein. Ich erinnere mich an die Worte meines Onkels, der mich als 15-Jährigen vor hartem Alkohol warnte, aber relativ tolerant gegenüber Bier war. Aber zurück zur Drogenmündigkeit: Was ist das eigentlich?

Der Begriff Drogenmündigkeit ist geprägt von Gundula Barsch (Hochschule Merseburg); sie beschreibt ihn als Konzept für das Qualitätsmanagement und zur Suchtprävention im Bereich Drogenkonsum. So wie sexuelle Abstinenz bei den Wenigsten funktioniert, funktioniert auch Rauschabstinenz kaum. Verschiedene Menschen haben Präferenzen für verschiedene Substanzen; manche mögen lieber Stimulanzien, andere lieber Alkohol und andere wiederum Cannabis. In Maßen sollte das auch bei kaum einer Substanz ein Problem darstellen. Das Ziel sollte also sein, nicht den Rausch per se zu vermeiden, sondern die schädlichen Aspekte wie Sucht, Unfälle und Überdosierungen.

Lucys Xtra

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