Zauberpilze: Mehr als nur Psilocybin?

XtraNaturprodukt Psilohuasca

Text Felix Blei

Schon seit langer Zeit werden psychoaktive Substanzen, sogenannte Entheogene, traditionell zu spirituellen, mystischen und religiösen Zwecken verwendet. Dabei haben diese Stoffe die Entwicklung der Weltreligionen nachhaltig beeinflusst; die Organismen, welche sie produzieren, wie Pflanzen und Pilze, wurden von den Urvölkern verehrt. Eine besondere Stellung nehmen hier die psychedelischen Pilze aus der Gattung Psilocybe ein. Forschungen haben gezeigt, dass die Menschen diese Pilze schon seit vielen Tausend Jahren zu spirituellen Zwecken konsumieren. Für die Azteken waren sie sogar heilig, und sie nannten sie Teonanacatl, was übersetzt «Fleisch der Götter» bedeutet.

Erst 1955 gelang es Gordon Wasson als erstem westlichen Besucher, an einer Pilzzeremonie bei mexikanischen Ureinwohnern teilzunehmen. Dank Albert Hofmann konnten 1958 die Tryptamine Psilocybin und Psilocin erstmals isoliert, benannt und für die psychoaktive Wirkung verantwortlich gemacht werden. Nach der Aufnahme wird Psilocybin in der Leber schnell zum eigentlich aktiven Wirkstoff Psilocin umgesetzt. Weltweit sind mittlerweile über 200 verschiedene Pilzarten bekannt, welche diesen Inhaltsstoff produzieren, wobei sie auf nahezu jedem Kontinent der Erde zu finden sind. Einige Arten, wie Psilocybe cubensis, lassen sich sehr einfach kultivieren und werden deshalb auf der ganzen Welt von Psychonauten zu Rauschzwecken gezüchtet.

Ein anderes, sehr bekanntes Entheogen ist Ayahuasca, dessen Name aus der Quetchua-Sprache der Andenregion Südamerikas stammt und «Seelenranke» bedeutet. Der Trank wirkt stark psychotrop, und die indigenen Völker Lateinamerikas setzen ihn seit mindestens 1000 Jahren bis heute in schamanistischen Zeremonien ein (Miller, Albarracin-Jordan et al. 2019). Um Ayahuasca herzustellen, kocht man Pflanzenteile der DMT-haltigen Psychotria viridis mit der im Amazonasbecken vorkommenden Liane Banisteriopsis caapi zu einem Pflanzensud. Dieser enthält das oral inaktive Psychedelikum N,N-Dimethyltryptamin (DMT) und pflanzliche Beta-Carboline, nämlich die Alkaloide Harmin, Harmalin und Tetrahydroharmin aus Banisteriopsis. Durch eine temporäre Hemmung des Enzyms Monoaminooxidase A (MAO-A) verhindern die Beta-Carboline den Abbau des DMT und ermöglichen damit die Entfaltung der psychedelischen Effekte. Dasselbe Enzym sorgt auch nach der Aufnahme von Psilocybin und Psilocin für deren Abbau.

Lucys Xtra

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