Charta für eine Kultur des Rausches

1/1

Wir fordern den freien Umgang mit psychoaktiven Substanzen, psychotropen Pflanzen sowie sämtlichen entheogenen Drogen zu

  • therapeutischen & medizinischen,
  • hedonistischen & rekreativen
    sowie zu
  • schamanischen & spirituellen Zwecken.

Das Bedürfnis, sich zu berauschen, ist so alt wie die Menschheit selbst. Dies belegen Artefakte und Schriften aus allen Kulturen und Zeitepochen. Daraus kann ein Grundrecht auf Rausch abgeleitet werden, das für alle Menschen gleichermaßen Gültigkeit hat. Selbst im Tierreich ist die Berauschung weit verbreitet.

Die Einteilung in legale und illegale berauschende Mittel erfolgt absolut willkürlich und hat mit einer objektiven Wahrnehmung oder mit wissenschaftlichen Fakten nichts zu tun. Sie basiert auf wirtschaftlichen Interessen und bewirkt darüber hinaus die Ausgrenzung von Menschen; sie ist nicht zeitgemäß, denn sie ist mit dem humanistischen Ideal von der freien Entfaltung jedes Einzelnen unvereinbar.

Der Einsatz von bewusstseinserweiternden Substanzen sollte angesichts der verheerenden globalen Probleme gefördert und sinnvoll angewendet werden, um die komplexen Zusammenhänge dieser Welt erkennen und entsprechend handeln zu können.

Die Geschichte hat gezeigt, dass psychoaktive Substanzen im schamanischen und spirituellen Kontext zur persönlichen und gesellschaftlichen Heilung beitragen. Die Entdeckung des LSD in der Mitte des letzten Jahrhunderts hat in vielen Bereichen der Gesellschaft maßgeblich zu revolutionären Erfindungen, kulturellen Neuerungen und wissenschaftlichen Durchbrüchen geführt.

Auf der Basis dieser Erkenntnisse engagiert sich Lucy’s Rausch für folgende Grundsätze:

  • Der Konsum psychoaktiver Substanzen darf nicht weiterhin kriminalisiert werden.
  • Jeder Mensch soll die Möglichkeit erhalten, den Umgang mit bewusstseinsverändernden Zuständen zu erlernen und damit eine umfassende Drogenmündigkeit zu erlangen.
  • Wir erforschen die Kulturgeschichte psychoaktiver Substanzen, um auf diese Weise ihren sinnvollen und nutzbringenden Einsatz in der Gegenwart zu erlernen.
  • Wir setzen uns damit auseinander, wie bewusstseinserweiternde Drogen zur Bewältigung aktueller Probleme eingesetzt werden können.
  • Sämtliche Pflanzen und Substanzen, die heilsame therapeutische Wirkungen auf Körper und Geist besitzen, müssen erforscht und in Zukunft auch eingesetzt werden können.
  • Der Rausch in allen möglichen Formen ist zu erforschen, und zwar weder unterteilt nach Substanzen noch nach ‚natürlichen’ oder ‚chemischen’ Wirkstoffen.
  • Wir wirken mit allen Kräften darauf hin, dass der Rausch – ob mit oder ohne Substanzen – weder selbst- noch fremdschädigend ist.
  • Wir unterstützen eine Prävention, die Suchtentwicklungen jeglicher Art verhindern soll.

Roger Liggenstorfer, Herausgeber