Kratom: Quo vadis, Indonesien?

Das indonesische Gesundheitsministerium will Kratomexportverbot

Blüten und Blätter von Mitragyna speciosa (Kratom) | CC-BY-SA Thehealingeast
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Ein Gerücht verunsichert seit einigen Wochen die Kratom-Community: Das indonesische Gesundheitsministerium plant offenbar eine Verordnung, um den Kratomexport zu unterbinden.

Laut Informationen der American Kratom Association (AKA) sieht die Verordnung eine fünfjährige Übergangsfrist vor, innerhalb derer die Kratomproduzenten auf eine andere Nutzpflanze umsteigen müssen.

Sollte die Regulierung wirklich durchgesetzt werden, so wäre dies nicht nur ein herber Schlag für die Kratomnutzenden in den USA, deren Bedarf laut Schätzungen zu etwa 95 % durch indonesische Exporte gedeckt wird, sondern auch für nennenswerte Teile der indonesischen Landbevölkerung, deren jüngste Prosperität auf dem westlichen Kratomhype beruht.

Mac Haddow, ein führender Lobbyist der AKA, behauptete in einem Interview mit Inverse, dass ein „hoher FDA Beamter“ höchstpersönlich indonesiens Gesundheitsministerin, Nila Moeloek, davon überzeugt haben soll, den Kratomexport in die USA zu unterbinden. Die FDA bestreitet die Vorwürfe der AKA.

Unglücklicherweise liegen zu diesem Sachverhalt noch keine unabhängigen Berichte vor, so dass dieser Disput zunächst mit Distanz betrachtet werden muss. Vor dem Hintergrund der ablehenenden Kratom-Politik der FDA (und deren fragwürdigen Verstrickungen mit der Pharmaindustrie) scheinen solche Maßnahmen jedoch wenig verwunderlich.

Ein Lichtblick: Offenbar regt sich bereits politischer Widerstand von einigen hochrangigen Staatsbeamten gegenüber der genannten Exportregulierung, wie Tribun Pontianak berichtet. Es bleibt also spannend für alle Kratombefürworter.

Dirk Netter